19. Mai 2018

Frühjahr 2018: Der Bär ist los!

Das Buch handelt von einem Bären, der nicht in die Schule gehen darf. Auf dem Spielplatz gibt es Geheul wegen des Bären, der da nicht hin soll! Wie jeder weiß, dürfen Bären nicht in die Schule. Weißt du, wo sich der Bär hinsetzen soll? In der Frühstückspause schnappt er sich so viel, wie seine Pfoten nur kriegen können. Er nimmt alles, so dass die Kinder nichts mehr bekommen. Beim Sport spring er höher als die Kinder und passt nicht auf die anderen auf. "Darum glaube mir bitte, er würde nur stören, weil Bären nicht in die Schule gehören."

Du brauchst keine Angst zu haben, wenn die Schule beginnt. Die Tage in der Schule sind einfach toll. Deine Lehrer begrüßt du am Morgen und lachst mit deinen Freunden. Du kannst als erstes ein Bild malen mit deinem Bären drauf. Danach hängst du es neben den anderen Bildern auf und bist stolz. Alle lesen zusammen ein Buch und ihr lernt rechnen. Wenn die Glocke klingelt, verabschiedest du dich von deinen Freunden. Draußen wartet dein Bär und drückt dich. Jetzt könnt ihr die gemeinsame Zeit zuhause umso mehr genießen. "Und egal, was passiert, er bleibt immer dein Bär!"
(Gastbeitrag von E.S.)

Die wie Stempel wirkenden Grafiken von Britta Teckentrup in dezenten Farben untermalen die angenehm gereimten Texte von Mark Sperring und betonen die Zeitlosigkeit dieses Vorschulbuchs. 

Ein Buch zum Vorfreuen auf die Schule für alle Generationen. 

Der Bär ist los!
von Mark Sperring (Text) und Britta Teckentrup (Bild)
aus dem Englischen von Maria Höck: Never Take A Bear To School
2018, arsEdition, München, www.arsedition.de
ab 5 Jahren

26. Februar 2018

Herbst 2017: Alle sind willkommen!


Dieses Bilderbuch kommt genau zu einer Zeit heraus, in der wir unseren Kindern einiges mitgeben können für ein friedliches Zusammenleben in der Zukunft. Immer mehr Menschen wohnen auf immer weniger Raum, insbesondere in unseren Städten, und das muss schließlich erlernt werden. Natürlich malt diese Geschichte ein idealisiertes Bild, aber dafür sind Kinderbücher doch da, oder? Patricia Hegarty, die Autorin und Herausgeberin des Originaltitels bei Caterpillar Books (ebenfalls 2017), vermittelt mit ihrer Erzählung wichtige Werte, die zu einer funktionierenden Gemeinschaft / Gesellschaft beitragen: Hilfsbereitschaft, Toleranz etc. Greg Abbott hat dazu ganzseitige Illustrationen entworfen und Dank einiger Tricks im Layout ermöglichen Fenster sowie verkürzte Seiten ganz neue Einblicke und räumliche Effekte. Eine gelungene Zusammenarbeit führt zu einem besonderen Gesamtergebnis - in der Buchgestaltung wie auch in der Geschichte.

Zu Beginn steht eine kleine Maus auf einer Lichtung im Wald und träumt von ihrem neuen Heim. Da hüpft ein Frosch heran, dessen Teich ausgetrocknet ist, so dass er nun umhertreibt. Ohne zu zögern, tröstet die Maus ihn und bietet ihre Hilfe an:
"Wir bauen ein Haus, alles wird gut - du wirst es bald schon sehen!"
 Sukzessive kommen weitere heimatlose Waldbewohner hinzu und packen direkt mit an beim Bau des neuen Zuhauses: eine Gruppe von Hasen, die von einem Adler fortgejagt wurden, ein einsamer Bär, ein Vogelschwarm, deren Baum gefällt wurde und viele mehr. Jeder hilft, wie er kann, denn "alle sind willkommen". Das neue Dach schützt sie vor einem Unwetter und so feiern sie zum Abschluss in ihrem neuen Heim - in einem Rahmen an der Wand hängt das passende Schild: "Home Sweet Home".

Ein Buch zum Gemeinsambauen und -wohnen.

All sind willkommen!
von Patricia Hegarty (Text) und Greg Abbott (Bild)
aus dem Englischen von Maria Höck: Everybody´s Welcome
2017, arsEdition, München, www.arsedition.de
ab 4 Jahren

19. Februar 2018

Herbst 2017: Ein bunter Hund


Was ein Glück, dass der Diogenes Verlag auch das dritte Bilderbuch des britischen Illustrators Rob Biddulph auf Deutsch rausgebracht hat, denn es begeistert ab der ersten Leserunde mit seinen außergewöhnlichen, Seiten füllenden Bildern. Dazu kommen noch die passenden, wohl klingenden Reime, die auch die kleinen Zuhörer gut verstehen können. Wie in seinen beiden ersten Büchern (Weggepustet und Grrrrr!) konzentriert sich der Grafiker auf eine spezielle Tierart und gibt dieser eine klare grafische Form, die sich durch das komplette Buch zieht. Der comicartige, lang gestreckte Dackelhund taucht sowohl in Wimmelbildern als auch in Nahaufnahmen auf, mal auf allen Vieren und mal auf zwei Beinen stehend wie ein Mensch. Nur durch den Augenaufschlag und die Mundform verändern sich die Emotionen von Seite zu Seite.

Nach den Abenteuern von Pinguin Blau und Fred Bär dreht sich nun alles um eine Dackeldame, die eben anders ist, ein wahrlich "bunter Hund". Schon auf dem Buchcover erkennt man, dass sie allein wegen ihrer Kleidung raussticht neben den Anzugträgern - im Inneren des Buches zeigt sich, dass auch ihr Wesen unangepasst ist und gar nicht zu dem Leben in der steifen, grauen Hochhausstadt passt. Statt im Heißluftballon zu schweben, düst sie in einem Paraglider vorbei - statt den Fußball aufs Tor zu schießen, wirft sie ihn vorbei - statt im Orchester Geige mit allen zusammen zu spielen, holt sie ihre E-Gitarre raus. Sie fühlt sich fremd und macht sich daher auf den Weg in die weite Hundewelt, durchwandert alle Jahreszeiten mit ihrem kleinen Koffer, fährt durch die Tiefsee mit einem U-Boot und überwindet Schnee bedeckte Berge, bis sie in Bellowood ankommt. In dieser lockeren, bunten Stadt sind plötzlich alle genau so wie sie, bis auf einen Außenseiter mit Baskenkappe und Norwegerpullover. Der öffnet ihr die Augen und zeigt ihr, dass es wichtig ist, anders und eigensinnig zu sein:
"Sei selbstbewusst, wie ich es bin,
und stolz auf deinen Eigensinn."
So macht sie sich mit dem Flugzeug auf dem schnellsten Weg zurück nach Hause, wo sie freudig von allen begrüßt wird. Plötzlich entdecken auch die anderen Dackel ihren eigenen Stil und die Moral von der Geschicht´:
"Sei selbstbewusst und kunterbunt."

Ein Buch zum Anderssein.

Ein bunter Hund
von Rob Biddulph
aus dem Englischen: Odd Dog Out von Steffen Jacobs
2017, Diogenes Verlag, Zürich, www.diogenes.ch
ab 4 Jahren

31. Januar 2018

Herbst 2017: Der Schwan


Bereits der Blick auf das Cover dieses Bilderbuchs zeigt dessen unglaubliche Stärke: Außergewöhnlich feine und eindringliche Illustrationen der Kanadierin Julie Morstad beschreiben das emotionale Leben und Wirken der Ballerina Anna Pawlowa. Für dieses Buch tauchte sie tief in die damalige Zeit und russische Gesellschaft ein. Sie fand einen eigenen Stil, um die besondere Persönlichkeit darzustellen. Der sterbende Schwan war Pawolowas populärste und eindrücklichste Rolle. Die feinen Striche und gedeckten Farben beschreiben wundervoll das Innenleben und den Anmut der jungen Tänzerin und bieten Raum für eigene Interpretationen. Die Bilder sind so stark, dass sie eigentlich keine textliche Beschreibung benötigen und doch bieten die kurzen, lyrischen Textpassagen von Laurel Snyder die Möglichkeit, dass auch junge Leser und Zuhörer den Inhalt der Bilder nachvollziehen können. Sie werden umso verständlicher, wenn man sich zuerst den biografischen Fließtext am Ende des Buches durchliest. Eine wundervolle Schreibübung wäre das Verfassen neuer, eigener Texte zu den Illustrationen. Auf Grund der emotionalen Komplexität und grundlegenden Traurigkeit ist es in meinen Augen ein Buch für ältere Grundschulkinder und kleine Tänzerinnen. Hier geht es um Empfindsamkeit, Durchhaltevermögen und eine intensive Körperlichkeit.

Anna Pawolowa wächst in ärmlichen Verhältnissen in St. Petersburg am Ende des 19. Jahrhunderts auf. Bereits mit acht Jahren entdeckt sie ihre Leidenschaft für das Ballett und beginnt mit zehn Jahren ihre Ausbildung an einer der bekanntesten Schulen. Die Lehrer entdecken früh ihr Talent, so dass sie Dank harter Arbeit und trotz ihrer körperlichen Zartheit bald die Zuschauer in ihren Bann zieht. Sie durchlebt ihre Rollen beim Tanz, insbesondere die des sterbenden Schwans. Bald reichen ihr die Auftritte für die interessierte Elite nicht mehr und sie beginnt durch die ganze Welt zu reisen, um an außergewöhnlichen Orten für einfache Menschen zu tanzen und diese zu begeistern. Doch bei einer Reise im Schnee erkrankt sie und entschwindet von der Bühne und aus dem Leben. Nur ein paar vereinzelte Federn bleiben, die langsam zu Boden fallen. "Oh, denkt Anna. Wenn nur jeder Tanz mit solch wunderbarem Applaus enden würde."

Ein Buch zum Träumen und Tanzen.

Der Schwan
von Laurel Snyder (Text) und Julie Morstad (Bild)
aus dem Englischen von Elisa Martins: Swan
2017, NordSüd Verlag AG, Zürich, www.nord-sued.com
ab 8 Jahren

25. Januar 2018

Frühjahr 2017: Die Reise nach Amerika


2017 wäre der Satiriker Robert Gernhardt 80 Jahre alt geworden - der Illustrator Philip Waechter (ein Sohn von Gernhardts Wegbegleiter F. K. Waechter) ist gut 30 Jahre jünger. Dieses Duo hat 2001 einen noch jungen Bilderbuchklassiker geschaffen, der nun in einer überarbeiteten Neuausgabe erschienen ist. Der gereimte Text und die bunten Bilder sind auf jeder Doppelseite gleich gesetzt: auf der linken Seite ein kreisrundes Detail mit passendem Text und auf der rechten Seite ein formatfüllender Überblick. Sie sprechen eine Sprache und fangen Klein und Groß gleichermaßen ein, ob Weltreisenden oder Badeseeliebhaber.

Auf der Suche nach einem neuen Abenteuer gehen Trulli und seine Bande zum Strand, wo der verwegene Hund in ein herrenloses rotes Schlauchboot springt:

"Hinein ins Boot, hipp, hipp, hurrah!
Und ab geht´s nach Amerika!"

Die Begleiter warten am sicheren Ufer, während Trulli seine Tour sichtlich genießt. Doch als der kurze Besuch einer eigensinnigen Möwe sein Boot zum Kentern bringt, geht Trulli kurzzeitig unter. Glücklicherweise kann er sich mit seinem Hundepaddeln bis zu seinen Kumpels zurück an den Strand retten.

Und alle Hunde schrein: "Sieh da!
Wie war´s denn in Amerika?"

Die Antwort kann sich jeder nun selber geben, denn was der Betrachter des Buchs bisher aus seiner außenstehenden Perspektive nicht erkennen konnte: Die Hundebande war gar nicht am großen Meer gelandet sondern nur an einem kleinen Badesee.

Ein Buch zum Nah-und-Fern-Reisen.

Die Reise nach Amerika
von Robert Gernhardt (Text) und Philipp Waechter (Bild)
2017, ellermann im Dressler Verlag, Hamburg, www.ellermann.de
ab 3 Jahren

Frühjahr 2017: Greta haut ab


Mittlerweile sind gut fünf Jahre vergangen, seitdem die Schwedin Pija Lindenbaum den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012 für Mia schläft woanders (2011, Verlag Friedrich Oetinger) erhalten hat, doch auch ihr neuestes Werk sprüht nur so von dem Innenleben der Hauptfigur. Greta ist kein braves Mädchen mit blond gelocktem Haar - sie weiß, was sie will und lässt sich nicht sagen, was sie zu tun hat - vielleicht ist sie eher eine moderne Pippi Langstrumpf. Ihre leicht zotteligen braunen Haare sind das Sinnbild ihrer Emotionen im Lauf dieser Selbstfindungs-Geschichte.
Eigentlich will Greta am liebsten weiter im Sandkasten bauen, aber sie soll sich schick machen für eine Geburtstagsfeier. Das passt ihr alles nicht: "Warum müssen wir dahin, auch wenn ich gar nicht will?" Schritt für Schritt lehnt sie sich gegen alles auf und geht ihren ganz eigenen Weg: Sie nimmt die Schleifen aus ihrer Frisur, knöpft die Jacke schief und entscheidet selber, wann sie eintreten und was sie essen möchte. Nach der Feier wird alles nur noch schlimmer, als sie aufräumen soll anstatt weiter im Sand zu spielen. Mit wildem Haar und viel zu kleinem Matrosenanzug schnappt sie sich Rucksack und haut ab. Auf dem Weg zu dem Ort, an dem sie alles alleine entscheiden kann, wird ihr Haar mit jeder Doppelseite länger und wilder. Mit jeder Etappe entfernt sie sich weiter von ihrer gewohnten Umgebung und den bekannten Menschen. Doch erst nachdem sie sich mit eigenen Kräften aus einem dreckigen und tiefen Graben befreien kann, ist sie bereit wieder nach Hause zu gehen. Der wahre Höhepunkt kommt allerdings noch: Nach einem Wutausbruch mit knallrotem Haar, weil keiner bemerkt hat, dass sie weg war und fast gestorben wäre, verstehen die Erwachsenen sie plötzlich besser. Zum Abschluss spielen alle friedlich im Sand und Gretas Haare sind vorerst gezähmt.
 
Ein Buch zum Haareraufen. 

Greta haut ab
von Pija Lindenbaum
aus dem Schwedischen von Kerstin Behnken: Doris drar
2017, Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg, www.oetinger.de
ab 4 Jahren

24. Januar 2018

Herbst 2017: Bloss nicht blinzeln!


Tom Booth widmet das Mitmach-Buch "Bloß nicht blinzeln!" seinen Eltern und schnell wird auch der Grund klar: Wir alle kennen das bebilderte Spiel aus unserer Kindheit. Wer kann am längsten die Augen offen halten? Das comic-artig illustrierte Buch, in dem alle Charaktere selbstverständlich kugelrunde, riesige Augen haben, würde eigentlich auch gut ohne Text auskommen, doch so spricht die Hauptfigur, ein kleines Mädchen, die Kinder einfach direkt an: "Bist du so weit? Auf die Plätze ... fertig ... los!" Nun kann jeder einsteigen in den Wettstreit, bei dem im Buch nach und nach immer mehr Tiere zusammenkommen: vom kleinen roten Vögelchen bis zum großen grauen Elefanten. Mit der Zeit werden die Augen aller Teilnehmer langsam müder und müder, bis die Augen aller zufallen. Deine auch?! Währenddessen hat sich die Schildkröte langsam genähert und wird gerne der nächste Spielpartner des Mädchens, so dass das Spiel wieder von vorne beginnen kann ...


Ein Buch zum Augenblinzeln.

Bloß nicht blinzeln!
von Tom Booth
aus dem Englischen von Katja Gabriel: Don´t Blink!
2017, cbj Kinder- und Jugendbuchverlag, München, www.cbj-verlag.de
ab 3 Jahren

Frühjahr 2017: Auf Mozarts Spuren


Die französische Illustratorin Magali Le Huche hat mit "Auf Mozarts Spuren" das zweite Sound-Buch mit Pippo, dem Musik begeisterten Hund, herausgebracht. Nach dem "Orchester der Tiere" (2016, Fischer Sauerländer) macht sich Pippo nun zusammen mit seinem Freund Mitzie, einem Hasen, auf eine musikalische Tour durch Paris, begleitet von den Klängen der bekanntesten Stücke von Mozart. Das Sound-Buch ermöglicht den zuhörenden Kindern, die zur Geschichte passenden Melodien und Stadtgeräusche mit Hilfe von kleinen Drück-Punkten auf jeder Doppelseite auszulösen. So können sich die Zuhörer anschließend auch alleine auf einen Streifzug machen durch die Musikmetropole. Schade ist nur, dass der kleine Lautsprecher auf der Rückseite des Buches ist und verdeckt wird, wenn man das Buch auf einem Tisch liegend anschaut. Die erzählte Geschichte rückt jedenfalls in den Hintergrund, während die doppelseitigen illustrierten Stadtszenen mit lauter unterschiedlichen Tier-Charakteren allerlei Anknüpfungspunkte zur einprägsamen Musik schaffen. Ein wirklicher gelungenes Projekt, um Kleinkinder an klassiche Musik heranzuführen.
Pippo und Mitzie gehen nach dem gemeinsamen Musikzieren an Klavier und Geige raus auf die Straße, da sich ihr Nachbar über die laute Musik beschwert. Auf dem Weg zum Musikfestival begegnen sie diversen Musikern, in der Metro-Station, im Park, im Musikpavillon, in der Kirche und am Café. Den krönenden Abschluss bildet jedoch die Königin der Nacht in der Oper.

Ein Buch zum Musik-Träumen.

Auf Mozarts Spuren
von Magali Le Huche
aus dem Französischen von Isabel Kupski: Paco et Mozart
2017, Fischer Sauerländer, Frankfurt, www.fischerverlage.de
ab 3 Jahren

10. Januar 2018

Herbst 2017: Lieselotte will nicht baden


Das erste Lieselotte-Buch entstand 2004 als Diplom-Arbeit - seitdem erschienen regelmäßig weitere Bände (siehe auch Lieselotte sucht). Alexander Steffensmeier bleibt seinem bisherigen Stil und de bekannten Charakteren treu: Mit viel Witz und detailreichen Zeichnungen zeigt er Alltagsleben der Kuh Lieselotte sowie ihre tierischen und menschlichen Freunde. Im aktuellsten Buch geht es um das Thema Baden, von schwer verhasst bis heiß geliebt.

Lieselotte und die anderen Tiere sollen sich vor dem Zubettgehen waschen. Da sich Lieselotte weigert, stellt die Bäuerin ihr eine Falle im Stall. Doch zuerst toben die beiden noch etwas mit Rasensprenger und Gartenschlauch, bis beide vollkommen dreckig sind. Nach einem plötzlichen Regenschauer genießt die Kuh eine gründliche Reinigung mit Bürste und hilft der Bäuerin anschließend ebenfalls. Endlich gesäubert und getrocknet stolpert die Bäuerin im Stall in die eigens gestellte Falle, nun hat sie ebenfalls genug von der Reinheit: "Andererseits hat so ein kleines bisschen Schmutz auch noch niemandem geschadet."

Ein Buch zum genüsslichen Im-Dreck-Spielen.

Lieselotte will nicht baden
von Alexander Steffensmeier
2017, Fischer Sauerländer, Frankfurt, www.fischerverlage.de
ab 3 Jahren

Herbst 2017: Heule Eule. Wo ist Mama?


Nun ist die erste Heule-Eule-Geschichte (siehe auch Heule Eule. Nein - ich lass niemand rein!) passend zur Winterzeit erschienen. In gewohnter Manier zeigt das Duo Friester/Goossens aus der Perspektive der kleinen Eule eine weitere Alltagssituation, die uns allen ebenfalls wohlbekannt ist.

Erst nach dem Essen, Waschen und Warmanziehen darf draußen im Schnee gespielt werden, obwohl die Kleine so gerne sofort rausgehen möchte. Passenderweise kann das zuhörende Menschenkind gleich mitheulen: "JETZT-JETZT-JETZT! HU-HUUUUU!!" Im Winterwald treffen die Eulenmama und ihr Kind auf die Eichhörnchen-Nachbarn. Während sich die Mütter unterhalten, laufen die Kinder im Schnee immer weiter weg, bis sie plötzlich niemanden mehr sehen können. Da wird wieder laut geheult: "HU-HU-HUUUU! MAAAA-MAAAA!", so dass Hirschkäfer, Maulwurf und Igel aus ihrem Winterschlaf geholt werden. Erst als das kleine Eichhörnchen ebenfalls einsteigt in das Geheule, können die Mamas ihre Kinder wieder aufspüren und in den Arm nehmen. Alle Tiere gemeinsam nutzen zum Abschluss den schönen Schnee für eine Rodelpartie.

Ein Buch zum Freuen auf den nächsten Schnee.

Heule Eule. Wo ist Mama?
von Paul Friester (Text) und Philippe Goossens (Bild)
2017, NordSüd Verlag AG, Zürich, www.nord-sued.com
ab 3 Jahren

Herbst 2017: Die hässlichen Fünf


Auf Axel Scheffler und Julia Donaldson (siehe auch u.a. Der Grüffelo) ist Verlass, auch ihr neuestes Werk ist randvoll mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einprägsamen Reimen, die keinesfalls holprig im Deutschen wirken. So wachsen einem die hässlichen Fünf aus der afrikanischen Wildnis im Lauf des Buches so sehr ans Herz, dass deren Aussehen ganz in den Hintergrund gerät. Denn in Wirklichkeit sind sie wunderschön und gar nicht allein.

Gnu, Hyäne, Geier, Warzenschwein und Marabu werden nacheinander vorgestellt mit all ihren Hässlichkeiten und Schwächen. Gemeinsam singen sie zum Abschluss ein Lied: "Wir fünf sind so hässlich, wir fünf sind so hässlich." und fügen sich ganz in ihr Schicksal. Doch dann tauchen plötzlich all ihre Kinder auf und öffnen ihnen die Augen: "Ihr fünf seid so schön, seid die Besten der Welt!"

Ein Buch zum Familienkuscheln.

Die hässlichen Fünf
von Axel Scheffler (Bild) und Julia Donaldson (Text)
aus dem Englischen von Salah Naoura: The Ugly Five
2017, Beltz & Gelberg, Weinheim, www.beltz.de
ab 4 Jahren

Herbst 2017: Schläfst du?



Mit einem Pappbilderbuch der französischen Grafikerin Dorothée de Monfreid erweitert der Reprodukt Verlag seine Sparte der Kindercomics für die Allerkleinsten. Das Buch führt auf höchst amüsante Art und Weise durch eine äußerst lebhafte Nacht mit acht Hunden in einem Schlafsaal. Sowohl die immer wieder kehrenden Charaktere als auch die einfachen Texte und herzhaften Schnarchlaute machen das Vorlesen zu einem Erlebnis für Klein und Groß.

Nono kann nicht einschlafen, weil der direkt unter ihm liegende Popow so laut schnarcht. Nachdem Micha ihm anbietet, eine Geschichte vorzulesen, werden nach und nach alle anderen Hunde ebenfalls wach und klettern in das Hochbett des Vorlesers. Pedro bringt noch ein Kuscheltier mit und Zaza musst zuerst noch ein Glas Wasser trinken ... wer kennt das nicht beim allabendlichen Einschlafen?! Schließlich kuscheln sich alle zusammen und das Vorlesen kann beginnen: "Es war einmal ..." Als endlich alle eingeschlafen sind und ebenfalls vor sich hin schnarchen, wacht Popow mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Er freut sich darüber so gut geschlafen zu haben und wundert sich, wo die anderen Hunde denn alle sind. Wer kann ihm helfen?

Für alle, die noch mehr über die Hunde erfahren möchten: Der Moritz Verlag hat im Herbst 2016 ein Bilderwörterbuch der Französin herausgebracht mit dem Titel "WAU WAU", in dem die Hundebande ebenfalls vorkommt, und bei Reprodukt werden weitere Bücher für das Frühjahr 2018 angekündigt.

Ein Buch zum Wie-ein-Hund-Schnarchen.

Schläfst du?
von Dorothée de Monfreid
Handlettering von Dirk Rehm
aus dem Französischen von Ulrich Prüfrock: Dodo
2017, Reprodukt, Berlin, www.reprodukt.com
ab 2 Jahren

2. November 2017

Herbst 2016: Ganz weit weg


Nach dem Erfolg von Eine lange Straße lang hat der Grafikdesigner Frank Viva nun ein zweites seiner Kinderbücher auf Deutsch herausgebracht: "Ganz weit weg" (A long way away). Sofort wurde er dafür von der Stiftung Buchkunst belohnt mit der Auszeichnung, eines der schönsten deutschen Bücher 2017 zu sein. Das ist ganz sicher aus grafischer und produktionstechnischer Sicht verdient. Der Umschlag mit dem Lackdruck und die durchgefärbten Seiten haben eine wunderbare Haptik und Optik und machen das Lesen zu einem wahren Erlebnis. Das kann kein eBook leisten. Doch muss hier die Frage gestellt werden, wer mehr von dem Inhalt des Buches hat: der erwachsene Vorleser oder der kindliche Zuhörer/Zuschauer? Von einem "Jo-Jo-Buch" wird in der  Jurybegründung geredet, denn das Buch kann immer wieder von oben nach unten und dann wieder von unten nach oben gelesen werden. Wahrscheinlich kann ein Leser diese Freiheit genießen, doch die Bilder sehen, egal aus welcher Richtung vorgelesen wird, immer gleich aus.

Zur eigentlichen Geschichte: Ein außerirdisches Wesen verabschiedet sich von seiner Familie und tritt einen langen Weg an durch den Weltraum bis zur Erde (Achtung, hier erscheint Frank Viva der Radfahrer wie in Eine lange Straße lang), wo er bis in die Tiefsee taucht. Nun kann die Reise auch wieder aus der Tiefsee bis zurück in den Weltraum angetreten werden, je nach Belieben.

Ein Buch zum Eintauchen und Aufsteigen.

Ganz weit weg
von Frank Viva
aus dem Englischen: A long way away
2016, Diogenes Verlag, Zürich, www.diogenes.ch
ab 3 Jahren

Herbst 2016: Mein allerschönstes Wörterbuch


Im Herbst 2016 hat der Diogenes Verlag zwei Klassiker von dem amerikanischen Illustrator Richard Scarry wieder aufgelegt (siehe auch In der großen Stadt). "Mein allerschönstes Wörterbuch" (Best Word Book Ever) wurde 1963 veröffentlicht und avancierte zu einem internationalen Bestseller. Einige der Vorleser werden sich bestimmt noch an das Buch im eigenen Kinderzimmer erinnern. Mit seinen unnachahmlichen Tierbewohnern zeigt er den Kindern die gesamte Welt, welche sie im Alltag umgibt, und bringt ihnen dabei auch noch erste deutsche und englische Begriffe bei.

Ein neuer Tag ist angebrochen.
Die Sonne scheint.
Der kleine Bär springt aus dem Bett.

Nun beginnt eine Beschreibung der Morgenrituale, bis der kleine Bär bereit ist, um mit seinen Freunden zu spielen: Gesichtwaschen, Zähneputzen, Haarebürsten, Frühstücken etc.. Während die beschreibenden Sätze sehr einfach gehalten werden, gehen die einzelnen Wörter über das normale Maß hinaus. Damit wird die Lust an der eigenen und fremden Sprache geweckt.

Ein Buch zum Sprachelernen

Mein allerschönstes Wörterbuch
von Richard Scarry (Text und Bild)
2016, Diogenes Verlag, Zürich, www.diogenes.ch
ab 3 Jahren

Herbst 2016: In der großen Stadt


Im Herbst 2016 hat der Diogenes Verlag zwei Klassiker von dem amerikanischen Illustrator Richard Scarry wieder aufgelegt (siehe auch Mein allerschönstes Wörterbuch). Eins davon ist "In der großen Stadt" (Busy, Busy Town), welches ähnlich zu einem Wimmelbuch diverse Szenen einer Stadt aufzeigt, wie zum Beispiel Auf der Post oder In der Schule. Trotz kleinerer Unfälleder Tierbewohner ist das Leben auf den bunt bebilderten großformatigen Doppelseiten meist ruhig und friedlich und daher bestens geeignet für kleine Zuhörer. Durch das weiße Papier der Seiten im Hintergrund können die Einzelbilder und Bildergeschichten ihre volle Wirkung erzielen. Hin und wieder fragt man sich jedoch beim Vorlesen, wie lang die beschriebenen Orte noch Bestand haben werden in der Stadt der Zukunft. "In jeder Stadt gibt es in jedem Viertel einen Briefträger." oder "Am Kiosk werden Zeitungen und Zeitschriften verkauft." lassen uns nostalgisch werden, auch das tut gut, jedenfalls hin und wieder.

Ein Buch zum Erleben

In der großen Stadt
von Richard Scarry (Text und Bild)
2016, Diogenes Verlag, Zürich, www.diogenes.ch
ab 3 Jahren

Herbst 2015: Voll gemütlich. Das Kinder Künstlerbuch vom Wohnen und Bauen


Die Kreativität und der Ideenreichtum der Labor Ateliergemeinschaft scheinen kein Ende zu nehmen. Jedes Jahr erscheint mindestens ein neues Kinder Künstlerbuch - seit dem Herbst 2015 gibt es das umfangreiche Künstlerbuch (256 Seiten!) "Voll gemütlich". Den Grafikern und Designern ist eine ansprechende Mischung aus Sachbuch, mit lesenswerten Text- und Bildbeiträgen, und Kreativbuch, mit anregenden Mal- und Bastelvorschlägen, rund um das Thema Wohnen und Bauen gelungen
Jede Doppelseite deckt einen eigenen kleinen Aspekt ab und wurde jeweils von einer Person bzw. von einem Duo gestaltet. Doch das tritt eigentlich in den Hintergrund, bis auf die knappen Hinweise am Ende des Buchs, denn genau die Unterschiedlichkeit der Einzelteile ermöglicht es jedem Kind (oder auch Erwachsenen) einen eigenen Bezug zu dem Thema zu finden. So kann man futuristische Wohnhäuser entwerfen, einen eintönigen Platz begrünen, etwas über Stolpersteine in deutschen Großstädten erfahren oder aus den natürlichen Behausungen der Tiere lernen.

Ein Buch zum Nachbauen und Nachdenken.

Voll gemütlich. Das Kinderkünstlerbuch vom Wohnen und Bauen
von Labor Ateliergemeinschaft (Text und Bild)
2015, Beltz & Gelberg, Weinheim, www.beltz.de
ab 6 Jahren

22. Mai 2017

Frühjahr 2017: Die Heuhaufen-Halunken


Passend zu den aktuell sommerlichen Temperaturen kommt das erste Buch über Meggy und ihre Bande aus Dümpelwalde, die Heuhaufen-Halunken, frisch auf den Markt. Mit vielen schwarz-weiß-roten Bildern lockert die Illustratorin Vera Schmidt die lebhaft erzählte Sommerferien-Geschichte von Sven Gerhardt auf. Ganzseitige Einträge aus Meggys Notizbuch ergänzen die Erzählung und bieten den zuhörenden oder mitlesenden Kindern weiteres Lach-Potential.
"Dieses Kaff nervt!" brüllt Meggy gleich zu Beginn des Buchs, als sie von dem Hahn Pavarotti an ihrem ersten Sommerferienmorgen früh aus dem Bett gerissen wird. Da die fünf Halunken, im Alter von 5 bis 10, diese Ferien nicht wegfahren werden, holen sie sich das Abenteuer kurzerhand in ihr ruhiges Dorfleben. Mit einem Oldtimer, ausreichend Proviant und Zelten wollen sie alleine zum Baden an den Plörrsee fahren. Da kommt Marius das Stadtkind, welches Urlaub bei seiner Oma auf dem Dorf macht, ganz gelegen, denn angeblich kann er Autofahren. Wie erwartet laufen die Vorbereitungen nicht ganz rund und auch der Ausflug endet schneller als geplant. Doch dafür kommt es auf der Wiese von Bauer Kunze zu einem ausgelassenen Picknick bei Mondschein und Feuerwerk.

Ein Buch zum Vorfreuen auf den Sommer.

Die Heuhaufen-Halunken
von Sven Gerhardt (Text) und Vera Schmidt (Bild)
2017, cbj Kinder- und Jugendbuchverlag, München, www.cbj-verlag.de
ab 8 Jahren

13. Dezember 2015

Herbst 2015: Das große Lieselotte Weihnachtsbuch


Nach dem Erfolg des Lieselotte-Kochbuchs (2009, Fischer Sauerländer, siehe auch Das große Lieselotte Geschichtenbuch) ist im Herbst 2015 das Lieselotte-Weihnachtsbuch erschienen, welches viele Ideen zum Basteln, Backen, Kochen und Spielen für die Adventszeit bietet. Es ist wie ein Adventskalender aufgebaut mit einer thematischen Doppelseite pro Adventstag, jedoch kann nach Lust und Laune natürlich auch quergeblättert werden. Bekannte Weihnachtslieder und Bräuche aus aller Welt werden nebenbei vermittelt. Zum Abschluss gibt es eine Lieselotte Weihnachtsgeschichte zum Vor-/Selberlesen am 24. Dezember beim Warten auf den Heiligen Abend, die dem Aufruf des Buches folgt: Selbermachen und Verschenken macht mehr Spaß als Selberkaufen.
Alexander Steffensmeier liebevollen Zeichnungen bebildern die Bastelanleitungen und Rezepte anschaulich, so dass die größeren Kinder eigenständig werkeln können. Doch auch Eltern werden großen Spaß bei den Hilfestellungen haben und an der ein oder anderen Stelle selber etwas Neues erfahren.

Ein Buch zum Schneekugel-Basteln und Bratapfel-Backen.

Das große Lieselotte Weihnachtsbuch
von Alexander Steffensmeier
2015, Fischer Sauerländer, Frankfurt am Main,  www.fischerverlage.de
ab 4 Jahren

13. Juli 2015

Frühjahr 2015: Gute Nacht, ihr Lieben!


Dieses Pappbilderbuch beschreibt auf eine herzliche und lustige Art den Erziehungsstil von Papas (siehe auch Mit Papa allein zu Haus) und gleichzeitig ist es durch seine wunderbaren Parallelen zum Menschenleben und seine nimmermüden Wiederholungen ein wunderbares Buch zum langsam Einschlafen für die Kleinen.
Papa Affe ist dran mit dem Ins-Bett-Bringen und versucht es mit einem einfachen "Gute Nacht, ihr Lieben". Doch leider hat er einiges vergessen, bevor die aufgeweckten Affenkinder wirklich bereit sind dafür. Zuerst fehlen die Schlafanzüge, dann die Kuschelutensilien, das Wasser und das Nachtlicht. Nach und nach füllt sich die weiße Seite, denn den Affenkindern fallen immer neue Dinge ein, die sie noch brauchen, zum Beispiel ein Bett und eine Tür, hinter denen sich ein Monster verstecken kann. Endlich ist es Zeit für den Gute-Nacht-Kuss, bei dem Mama Affe auch ihren kurzen Auftritt hat. So langsam zweifelt Papa an seinen Fähigkeiten, doch bevor er aufgeben kann, ist schon der nächste Morgen da!

Ein Buch zum Gute-Nacht-Sagen.

Gute Nacht, ihr Lieben!
von Marianne Dubuc (Bild) und Mathieu Lavoie (Text)
aus dem Französischen: Mais Papa
2015, Beltz & Gelberg, Weinheim, www.beltz.de
ab 2 Jahren

12. Juli 2015

Frühjahr 2015: Reim dich durch den Januar und den Rest vom ganzen Jahr


Schon ist die erste Hälfte des Jahres vorbei und einige Bundesländer haben bereits Sommerferien, da können die kleinen Kita-Kinder nach den Zahlen (siehe Zähl dich nett ins Bett) nun die Monate lernen. Daniela Kulot hat dieses Mal diverse Tiere zu Papier gebracht, die im Lauf des Jahres ihren Lieblingsbeschäftigungen nachkommen, welche die Zuhörer mit ihren eigenen Vorlieben und Erfahrungen gut vergleichen können. Auf jeder Doppelseite wird ein Monat vorgestellt mit einem bunten Bild, auf dem einiges entdeckt werden kann, und einem zweizeiligen Reim, der bald mitgesprochen werden kann. Den Rahmen des gesamten Buches bildet Familie Bär, die sowohl den Beginn wie das Ende des Jahres in ihrer warmen Höhle verbringt.
"In seinem Bau im Januar
verschläft der Bär das neue Jahr."
Im Februar folgt die Faschingsfeier der Elefanten, im März gräbt sich der Maulwurf durch den Acker des Bauern, im April regnet es zur Freude der Regenwürmer und ...
"Im Mai sieht man die Käfer flitzen,
verliebt bis in die Zehenspitzen."
Im Juni werden Kirschen geschmissen, im Juli lernen die Froschkinder schwimmen und im heißen August sehnt sich der Kater nach einem Himbeereis.
"September färbt die Bäume bunt,
der Hamster hamstert Korn im Mund."
Im Oktober verscheucht der Sturm die Würmer, im November friert sogar die rosa Sau und im Dezember wird selbstverständlich auch bei den Mäusen Weihnachten gefeiert. Dann beginnt alles wieder von vorne ...

Ein Buch zum Jahreszeitenerleben.

Reim dich durch den Januar und den Rest vom ganzen Jahr
von Daniela Kulot
2015, Gerstenberg Verlag, www.gerstenberg-verlag.de
ab 2 Jahren

24. Mai 2015

Frühjahr 2015: Lotte und der Koffer


Clothilde Delacroix hat ein wunderbares Pappbilderbuch herausgebracht, in dem es darum geht, wie man mit viel Fantasie und guten Freunden ein großes Abenteuer erleben kann. Der Grundgedanke erinnert an "Überraschung für Nino" und "Elefantastisch". In Form eines Comics für die Kleinsten und mit Hilfe ihrer lebendigen Zeichnungen hat sie ein schwungvolles Erlebnis für die ganze Familie geschaffen.
Das Ferkel Lotte hat Geburtstag und ist schon ganz gespannt, was in dem schön eingepackten Geschenk steckt. Vielleicht ein Superheldinnen-Kostüm? Nein, es ist ein Koffer! Während Lotte ganz enttäuscht und verärgert ist, sind ihre Freunde, ein Huhn und ein Krokodil, ganz begeistert davon: "Mit diesem Koffer gehen wir auf Reisen!". Voller Ideenreichtum nutzen die drei den Koffer, um eine kunterbunte Welt zu entdecken. Sie fahren mit dem Motorrad durch eine Geburtstagsstadt, mit dem Schlitten einen Hang hinunter, mit dem Schiff über das Meer bis in ein fernes Land. Danach kletterm sie noch als Zirkusakrobaten auf den Koffer, purzeln alle wieder hinunter, wobei der Koffer aufplatzt und das heiß ersehnte Kostüm freilegt. In inniger Umarmung schlafen die Freunde schließlich völlig erschöpft und voll gefressen ein.

Ein Buch zum Abenteuererleben.

Lotte und der Koffer
von Clothilde Delacroix
aus dem Französischen von Nicole Oberholzer: La valise de Lolotte
2015, Orell Füssli Verlag, Zürich, www.ofv.ch
ab 2 Jahren

Frühjahr 2015: Halbkreis Sichel Herz. Formen


Hier kommt das vierte "Folien-Buch" von Patrick George - nach Farben, Gegensätzen und Zahlen verblüfft er uns nun mit den Formen. Die Bücher basieren alle auf der gleichen Struktur: Zwischen zwei vollfarbigen Seiten, die inhaltlich zusammengehören, hat er immer eine durchsichtige Folie gesteckt, auf der ein Gegenstand farbig gesetzt wurde. Blättert man diese Folie um, bekommt die linke Seite plötzlich eine neue Bedeutung. Neben dem Erlernen der diversen Grundformen (Kreis, Oval, Sichel, Raute, Halbkreis, Rechteck, Dreieck, Parallelogramm, Quadrat, Herz) wird eine kurze Bildergeschichte erzählt, bei der die Zuhörer und Vorleser der eigenen Phantasie freien Lauf lassen können.
Ein kleines rotes Paket macht sich auf den Weg. Die Reise beginnt bei einem Laufband voller bunter Formen, von dem es in einen Transporter verfrachtet wird. Flugzeug, Eisenbahn, Frachtschiff und LKW bringen das Geschenk wohlbehalten zu seinem Empfänger, der zum Abschluss ein Herz auspackt und es umarmt.

Ein Buch zum Reisen.

Halbkreis Sichel Herz. Formen
von Patrick George
aus dem Englischen: Shapes
2015, Moritz Verlag, Frankfurt, www.moritzverlag.de
ab 3 Jahren

23. Mai 2015

Frühjahr 2015: Haus


Die jungen Designer Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt haben in ihrem jüngsten gemeinsamen Projekt das Thema des Wohnhauses ganz plakativ für Kleinkinder zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Die einfachen Strichzeichnungen der verschiedenen Wohntypologien, vom klassischen Einfamilienhaus mit Satteldach bis zum mobilen Wohnwagen, werden in ihrer jeweiligen Umgebung und mit den passenden Bewohnern gezeigt. Anstatt realistische Farben zu verwenden, wurde jeder Haus-Umriss komplett mit schwarzer Farbe gefüllt und entweder auf einen weißen oder einen einfarbigen Hintergrund gesetzt. Nur die eigentliche Zeichnungslinie tritt entweder in Weiß (bei einem farbigen Hintergrund) oder in Farbe (bei einem weißen Hintergrund) hervor. Die ergänzenden Texte beschreiben kurz und knapp die jeweils herausragende Eigenschaft: den Ort - "Ein Haus im Wald" - oder das Material - "Ein Haus aus Schnee und Eis" - oder die Bewohner - "Ein Haus für Piraten" - oder die Funktion - "Ein Haus für Gott" - oder die Größe - "Ein Haus mit vielen Zimmern" - oder die Form - "Ein Haus mit drei Ecken" - oder die Fortbewegung - "Ein Haus, das schwimmt". Zum Abschluss werden alle Umrisse zum direkten Vergleich auf eine Seite gesetzt. Dies ist eine wirklich gelungene Umsetzung eines an sich komplexen Themas auf eine wunderbare Art und Weise speziell für Kinder.

Ein Buch zum Außergewöhnlichwohnen.

Haus
von Felicitas Horstschäfer und Johannes Vogt
2015, Gerstenberg Verlag, Hildesheim, www.gerstenberg-verlag.de
ab 2 Jahren

Frühjahr 2015: Papas mit ihren Kindern


Endlich gibt es den ergänzenden Band zu "Mamas mit ihren Kindern" nun auch auf Deutsch! Dieses Sachbuch ist wie der Vorgänger besonders geeignet für die Allerkleinsten, die gerade ihren eigenen Sprachschatz aufbauen und anfangen, ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen. Wie bereits in einem seiner früheren Bücher "Mit Papa allein zu Haus" ist es dem niederländischen Bilderbuchautor Guido van Genechten ein Anliegen, die Vater-Kind-Beziehung zu thematisieren. Hier geschieht es auf eine grundlegende Art und Weise, in dem er auf jeweils einer Doppelseite einen Tiervater und sein Kind (ohne Geschlechterzuordnung) setzt. Die Illustrationen entstanden mit Hilfe der Frottage-Technik - einer alten Drucktechnik, bei der die vorhandene Öberflächenstruktur eines Gegenstandes durch Abreiben auf Papier übertragen wird. Obwohl nur die beiden Farben Schwarz und Weiß eingesetzt wurden, erscheinen die Tiere, besonders auf Grund der großen Kulleraugen, wunderbar lebendig und freundlich. Nur ein kurzer Textblock wurde vom Autor eingesetzt, der Papa und Kind benennt, beispielsweise "Papa Frosch mit seinem Fröschlein". Dem Vorleser wird es überlassen, das Vorlesen durch Tierlaute/-bewegungen oder ergänzende Fragen interessanter für das Kleinkind zu machen. Zehn Tiere kommen in diesem Buch vor, welche das Kind in Natur und Zoo selber kennenlernen kann: Frosch, Vogel, Fisch, Seehund, Krokodil, Eule, Raupe, Hund, Igel, Nashorn.

Ein Buch zum Quaken und Bellen mit Papa.

Papas mit ihren Kindern
von Guido van Genechten
aus dem Niederländischen von Martin Rometsch: Papa´s met kleintjes
2015, aracari verlag, Zürich, www.aracari.ch
ab 1 Jahr

19. Mai 2015

Joyeux Anniversaire Barbapapa!


Genau vor 45 Jahren, am 19. Mai 1970, wurde die erste Barbapapa-Geschichte von Annette Tison (einer französische Architekturstudentin) und Talus Taylor (einem amerikanischer Biologielehrer, der Anfang 2015 verstarb) in Frankreich veröffentlicht. In dieser wird Barbapapa "geboren", rettet die Bewohner eines brennenden Hauses, fängt einen entlaufenen Leoparden ein und findet schließlich sein eigenes Zuhause im Garten seines Freundes Francois. Nach und nach kommen in den nächsten Bänden Barbamama und die sieben Kinder hinzu. Anlässlich des 45. Geburtstags winkt die gesamte Familie im heutigen Google-Doodle.

Charakteristisch für die birnenförmigen, farbenfrohen Fantasiewesen ist, dass sie ihre Form verändern können, um jederzeit Hilfe zu leisten. Stets wurden gesellschaftskritische Themen, wie Umweltverschmutzung oder Walfang, kindgerecht aufgearbeitet. 1974 wurde eine erste Zeichentrick-Serie (45 Folgen à 5 Minuten) produziert, weitere Folgen folgten. 25 Jahre lang waren die deutschen Bilderbücher nicht mehr erhältlich, bis 2007 der Atlantis-Verlag die Klassiker wieder auflegte. In der "kleinen Barbapapa-Bibliothek" sind in den letzten Jahren einige neue kurzweilige Alltags-Geschichten erschienen (siehe auch Barbapapa. Das Orchester), besonders für jüngere Leser geeignet, die bisher noch nicht auf Deutsch übersetzt waren.

Joyeux Anniversaire Barbapapa!

8. Mai 2015

Extra: Ariol! - Gratis Comic Tag am 09. Mai 2015


Liebe Kinder-Comic-Fans, heute habe ich eine gute Nachricht für euch! Morgen, am 09.Mai 2015 ist der Gratis Comic Tag, für den sich mehrere Verlage und Händler zusammengetan haben, um euch ein buntes Angebot an kostenfreien Comics anbieten zu können. Hier findet ihr alle weiteren Informationen dazu und ich möchte nun ein ausgewähltes Comic aus dem Reprodukt-Verlag vorstellen, welches mir besonders gut gefallen hat. Der Verlag hat uns außerdem ein Gratis-Comic-Buch für eine Verlosung zur Verfügung gestellt, vielen Dank! Wer mir als erstes alle diesjährigen Gratis Comics für Kids nennen kann, bekommt ein Exemplar von "Hilda und der Schwarze Hund" zugeschickt. Schreibt die Antwort mit eurer Postadresse bitte an as.13@gmx.de.

"Ariol ist ein kleiner blauer Esel mit dicker Brille. Gemeinsam mit seinem Vater und seiner Mutter lebt er am Rand der Stadt. Sein bester Freund ist Ramono und insgeheim ist Ariol ein bisschen verknallt in die süßeste Kuh seiner Klasse! Ariols Lehrer ist ein Hund und Sport hat er bei einem knurrigen alten Hahn. Kurz: Ariol ist ein Typ wie du und ich!" Diese knackige Zusammenfassung steht zu Beginn des Gratis Comics "Ariol!", welches eine Episode aus dem ersten und eine aus dem zweiten bisher erschienenen Band enthält sowie eine exklusive Kurzgeschichte. Die beiden französischen Zeichner Emmanuel Guibert und Marc Boutavant (siehe auch "Die große Reise des kleinen Mouk" und "Kleine Hausgeister") haben ihre Künste für dieses wunderbare Kinder-Comic-Projekt vereint.
In "Oma Asina" gehen Ariol und sein Freund Ramono mit Ariols Großmutter ins Kino, um ihren Helden Hengst Heldenhuf zu bewundern. Als Andenken entwenden die beiden Bewunderer nach dem Film einen Papp-Aufsteller des Hengstes, während die Oma sich noch ganz dem Rausch des Filmes hingibt. "Ariols Geheimnisse" spielt in Ariols Grundschulklasse. Der kleine Esel hat von zu Hause geheime Fotos mitgebracht, die sich mit der Hilfe des Lehrers jedoch als Ultraschall-Bilder herausstellen. Da ist Ariol erleichtert, dass seine Eltern keine Spione sind. "Meine Foto-Iahbuch" gibt einen Einblick in Ariols Alltagswelt seit seiner Geburt. Jedoch ist dieses Fotoalbum eher etwas für Ältere (Selbstleser).

Ein Heft zum Anlocken.

Ariol! (Sonderverröffentlichung zum Gratis Comic Tag 2015)
von Emmanuel Guibert und Marc Boutavant
Handlettering: Michael Hau
aus dem Französischen von Annette von der Weppen
2015, Reprodukt, Berlin, www.reprodukt.com
ab 5 Jahren

6. Mai 2015

Der Bilderbücherwurm wird zwei!

Liebe Blog-Leser und Bilderbuchfans,
der Bilderbücherwurm wird heute zwei Jahre alt - vielen Dank für eure Unterstützung in den vergangenen 24 Monaten! Nach den Top50-Rezensionen in der ersten Zeit, die der eigentliche Anlass für diesen Blog waren, haben viele unterschiedliche Neuerscheinungen meiner Kritik standgehalten. Nach wie vor freue ich mich wie ein kleines Kind beim Öffnen der Buchpakete, die mich von den zahlreichen Verlagen erreichen. Vielen Dank an euch für eure tolle Arbeit und für das sichere Händchen bei der Auswahl der Autoren und Illustratoren. Mittlerweile haben sich die Kita-Bücherei meiner Kleinen und die Schul-Bücherei meiner Großen gut gefüllt mit euren Belegexemplaren. Nun freue ich mich auf die anstehenden Rezensionen des Frühjahrs-Programms 2015 und auf die Frankfurter Buchmesse im Herbst 2015!
Euer Bilderbücherwurm


5. Mai 2015

Herbst 2014: Professor Astrokatz - Universum ohne Grenzen


Professor Astrokatz, alias Dr. Dominic Wallmann, der einen Doktortitel in Quantenphysik trägt, erklärt unseren Kindern (und uns!) in diesem außergewöhnlichen Buch das Universum. Um dieses komplexe Thema für die Allgemeinheit verständlich zu machen, hat er sich den britischen Illustrator Ben Newman ins Boot geholt. Gemeinsam schaffen sie es, diverse Altersstufen anzusprechen: Erstklässler erfreuen sich an den sympathischen Tierfiguren und eindrücklichen Bildern von Planeten und Sternen, während ältere Schulkinder mit einem größeren Wortschatz und Wissenshintergrund neue und tiefergehende Informationen erhalten können. Auf jeder großformatigen und vielfarbigen Doppelseite werden unterschiedliche Themenbereiche dargestellt, in denen neben den einzigartigen Bildern anhand von Sprechblasen und ergänzenden Textblöcken unglaublich viele Inhalte kommuniziert werden.
Es beginnt mit dem Urknall und der Geschichte des heutigen Universums, dann werden diverse Sterne und Galaxien vorgestellt, die Sonne und das Sonnensystem sowie die Erde und der Mond erläutert. Immer wieder werden dabei die kleinen Leser/Zuhörer involviert, in dem direkte Fragen gestellt werden, wie z.B.: "Wenn die Erde eine Kirschtomate wäre, welche Größe hätten dann die anderen Planeten?" - mögliche Antworten: Der Mars wäre eine Erbse, der Jupiter eine Wassermelone. Anschließend bekommt die bemannte Raumfahrt einen ganzen Themenblock, mit den Apollo-Missionen, modernen Raketen und der Internationalen Raumstation (ISS), welche viele deutsche Kinder Dank der Vermittlung des Astronauten Alexander Gerst noch gut in Erinnerung haben werden. Nach den Vorstellungen der bekanntesten Planeten und den Sternbildern wird zum Abschluss die Frage aller Fragen gestellt: "Gibt es Leben im Weltall?" sowie ein Blick in die Zukunft der Raumfahrt gewagt. Für alle wissbegierigen Jungforscher und zukünftigen Astronauten wird das prallvolle Buch noch durch ein Glossar von Fachbegriffen ergänzt.

Ein Buch zum Weltallerforschen.

Professor Astrokatz - Universum ohne Grenzen
von Dr. Dominic Wallmann (Text) und Ben Newman (Bild)
aus dem Englischen von Sylvia Prahl: Professor Astro Cat´s Frontiers of Space
2014, NordSüd Verlag, Zürich, www.nord-sued.com
ab 6 Jahren

13. April 2015

Herbst 2014: Coco und das kleine Schwarze


Ein weiteres wundervolles Bilderbuch von der Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 hat erst jetzt mein Interesse geweckt, so dass ich es an dieser Stelle auf jeden Fall noch vorstellen möchte. Viele von uns kennen die bewegende Geschichte der Modeikone Coco Chanel, wie sie von ihren Kinderjahren im Waisenhaus bis in die feine Pariser Gesellschaft aufstieg und mit ihrem "Kleinen Schwarzen" der Emanzipation verhalf. Die niederländische Illustratorin Annemarie van Haeringen erreicht mit ihrem Bilderbuch zweierlei: Sie fasst einerseits die komplexe biografische Geschichte für Kinder verständlich zusammen und bringt ihnen andererseits die Design- und Nähwelt mit feinen, von Modezeichnungen inspirierten Bildern näher.

Das schmale Mädchen Coco muss furchtbar viel über sich ergehen lassen im Waisenhaus, doch hier erlernt sie auch ihre außergewöhnlichen Nähkünste. So arbeitet sie später als Näherin und nimmt sich vor, reich und berühmt zu werden. Den ersten Schritt schafft sie, indem sie bei einem "steinreichen" Freund einzieht und in dessen Schloss, die feine Welt und ihre Extravaganzen kennenlernt. Statt der einengenden Korsetts und weiten Röcke, näht sie sich hier erstmals eine Hose, mit der sie aufrecht auf einem Pferd reiten kann und viel Aufsehen in der Damenwelt erregt. Für ein Pferderennen entwickelt sie die ersten leichten und angenehmen Hüte, so dass sie schnell genügend Kundschaft für ihren eigenen Laden anzieht. Ihre neue Mode entwickelt sie weiter und bietet ein passendes Parfum für die Frau an. Schließlich entwirft sie (für jeden Geschmack) das "Kleine Schwarze", ein Kleid, "das zeigt, wie schön die Frau ist ..." und wird damit weltberühmt.

Ein Buch zum Selbstbewusstsein.

Coco und das Kleine Schwarze
von Annemarie van Haeringen
aus dem Niederländischen von Marianne Holberg
2014, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart, www.geistesleben.de
ab 5 Jahren